IMAGINATIONS - SEE THE WORLD WITH DIFFERENT EYES.

Zwei großzügige Wochen - das ist unser Heimquarantäne-Vorsprung auf den Rest Österreichs. Eine Handvoll von uns in den Covid-Top 200 des Landes vertreten. Quer durch alle Departments. Aus heißer Körperlichkeit durften wir von nun an auf platonische Liebe aus der Distanz setzen - Homeoffice war der neue Büroalltag. Die daraus ganz von allein einsetzende, beinahe paranoid intensive Auseinandersetzung mit den Entwicklungen um das Coronavirus führte schon früh zu ersten Filmideen des Kamerateams zu diesem seltsamen Thema. Wir sehnten uns nach unserem eigenen kleinen Beitrag zu dieser außergewöhnlichen Situation.
Ein Animations-Video oder ein weiteres Leeres-Wien-Video? Erst mal tief durchatmen. Worum geht’s hier eigentlich? Was führte uns zu diesem Nullpunkt? Und vor allem: Wie finden wir in Zeiten wie diesen einen positiven Ausblick? Eine utopische Imagination vielleicht? Der Gedanke an diese neugelebte Solidarität faszinierte uns dabei am Meisten. Nachbarn unterstützen sich, Firmen greifen einander unter die Arme. Wenn sich selbst politische Streithansln einigen können, dann muss es da auch einen Weg für die Kreativlinge aus aller Welt geben.

Ein leeres Wien lässt sich in Zeiten der physischen Distanzwahrung selbst von unseren Kameramännern relativ einfach drehen. Eine Kamera und ein bisschen Ahnung zum Verlauf der Sonne genügen. Oder eine App dafür. Aber dann war’s das auch schon. Schnell waren wir auf die Hilfe anderer angewiesen. Von wegen Zeiten der Deglobalisierung - nicht mit uns. Wir schwärmten digital aus. Kontaktiert wurden alte Bekanntschaften von Filmfestivals, Freunde aus wilden Pub Nächten, die Hochzeitsfilmer aus dem Ibiza-Urlaub, alte Gspusis.

Der Zusammenhalt drückte sich schnell aus: 500GB Footage aus der ganzen Welt trudelten ein. An dieser Stelle: sorry für die Auslastung des Internets – aber auch du musst Opfer bringen. Ab jetzt klapperte die Tastatur bei Dipl.-Ing. Franz(tastic) Brandl, einer unserer wunderbaren Editoren. „Kein Sprint, sondern ein Marathon“, meinte dieser nach der letzten Nachtschicht am Tag der Veröffentlichung. Ganz nach der derzeitigen inflationär benützten Kriegsrhetorik: Beeindruckende, einzigartige und schockierende Bilder mussten leider auf dem Weg geopfert werden, 500GB passen leider nicht in ein 90 sekündiges Video. Aber um das an dieser Stelle noch einmal klar zu machen: Vielen Dank an die FilmemacherInnen aus allen Winkeln der Welt. Erst euer Mitwirken und Engagement ermöglichte dieses Video. Shampoo an euch!

Musik und Obscura - nicht mal der Tod könnte diese Verbindung scheiden. Es ist hier ganz besonders schön einen Text von dem großen John Lennon für ein solches Herzensprojekt zu verwenden. Wie vielseitig und zeitlos dieses Meisterwerk ist, sieht man in Zeiten wie diesen wieder eindrucksvoll. In diesem Sinne hoffen wir, dass die Welt weiterhin voll mit Träumern wie John sein wird, die gemeinsam von einer besseren Zukunft für uns alle träumen. And maybe someday the world will be as one.